Louise Adolpha Le Beau (1850-1927) stammte aus Rastatt. Louise trat bereits 1866 nach Lehrjahren beim Vater und beim Karlsruher Hofkapellmeister Kalliwoda als Pianistin auf, lernte aber weiter, so auch bei Clara Schumann und Joseph Rheinberger und war mit Liszt und Brahms gut bekannt. Sie schrieb Lieder, Chor- und Orchesterwerke, Oratorien, Klavier- und Kammermusik sowie die Oper „Der verzauberte Kalif“ (1902). Als Komponistin fand sie durchaus auch männliche Anerkennung, so meinte der damals namhafte konservative Romantiker Franz Lachner zu ihr: „Fahren Sie nur so fort, das ist heutzutage selten - denn jetzt schämen sich die Leute ja, wenn ihnen eine Melodie einfällt.“ Melodien fielen ihr viele ein, so auch für das Lied „Frühlingsnacht“ und für die „Vier Stücke für Cello und Klavier“ (darunter die Romanze ), welche ihr 1882 einen Kompositionspreis in Hamburg einbrachten. Schon 1903 zog sie sich resignierend vom Konzertpodium zurück und widmete sich dem Unterrichten. Die „Lebenserinnerungen einer Komponistin“ (1910) sind eine Abrechnung mit den widrigen Umständen, auf die eine Frau in dieser Männerdomäne stoßen musste. „Wenn meine Werke wert sind, mich zu überleben, dann tun sie es“, sagte sie kurz vor ihrem Tod. In den letzten Jahren scheint sich die mittlerweile nicht mehr ganz so männliche Musikwelt ihrer vermehrt zu erinnern.