Josephine Lang (1815-1880), die Tochter einer bekannten Münchner Sängerin, erteilte bereits mit 12 Jahren Unterricht in Klavier und Gesang und schrieb mit 13 ihre ersten Lieder. Robert Schumann rezensierte ihre Lieder positiv. 1840 wurde sie königliche Hofsängerin in München, ehelichte aber 1842 den musischen Juristen Christian Reinhold Koestlin, gebar sechs Kinder und musizierte in der Folge fast nur mehr im familiären Kreis. Nach dem frühen Tod ihres geliebten Mannes 1856 begann sie wieder zu komponieren. Clara Schumann setzte das Erscheinen einiger Lieder im Druck durch.. Überliefert sind über hundert Lieder von eigenartigem Reiz und Klaviermusik auf der Höhe der Zeit, insgesamt rund 50 Opuszahlen.

„Ob ich manchmal Dein gedenke“ entstand wohl bereits für den späteren Gatten, mit dem sie seit 1840 innig befreundet war. Von ihm stammt wahrscheinlich auch der Text. Die Vertonung von Goethes Gedicht „Frühzeitiger Frühling“ ist ein Werk der noch nicht 15 jährigen (in Konkurrenz zum Lehrer Mendelssohn).