Clara Schumann ist die wohl am besten dokumentierte und berühmteste Komponistin der Vergangenheit. Ihre Kindheit als Tochter des diktatorischen Klavierpädagogen Friedrich Wieck, ihre gefeierten Wunderkind-Auftritte, ihre Liebe und erkämpfte Ehe mit Robert Schumann, ihre Liebe und Freundschaft zu Johannes Brahms, ihre glanzvolle Tätigkeit als Pianistin bis ins hohe Alter, ihr ambivalentes Verhältnis zu ihren Kindern, deren Erziehung sie nach dem Tod des Gatten großteils ihrer Laufbahn opferte - das alles macht sie zur unter Musikfreunden bestens bekannten Künstlerin, zum ebenso umstrittenen wie erfolgreichen „Star“ in einer Zeit, in der es nicht üblich gewesen ist, dass Frauen ihre Karriere dem Privatleben vorziehen.

Die Romanzen für Violine und Klavier , ihre letzten Werke, veröffentlicht 1853 und dem zum Schumann-Freundeskreis zählenden Geiger „Joseph Joachim freundschaftlichst gewidmet“, gefühlvolle Salonmusik von femininem Reiz.

Die bereits in den 40er-Jahren geschriebenen melodiösen Lieder haben durchaus Eigenwert; ihr Mann hielt sie für ihre besten Werke. Auch Clara Schumann entnahm ihre Texte dem reichen Fundus der deutschen Romantik.

Das wohl bekannteste und am meisten gespielte Werk aus Claras Feder ist das Klaviertrio in g-Moll op. 17 . „Natürlich bleibt es immer Frauenzimmerarbeit, bei der es an der Kraft und hie und da an der Erfindung fehlt“, meinte sie selbstkritisch über diesen Höhepunkt ihres Schaffens. Wesentlich ist die Ehrlichkeit des Ausdrucks, die hinter den sorgfältig gesetzten Noten steht.